Satanismus

Jugend und Satanismus

Kerze und Kreuz

Die ELKB bietet Seelsorge und Beratung zum Thema "Satanismus" an

Bild: iStockPhoto / lendry

Wenn von "Sekten" die Rede ist, taucht immer wieder auch der Begriff "Satanismus" auf - häufig im Zusammenhang mit Jugendlichen, jugendlicher Gewaltbereitschaft und der Gefährdung von Jugendlichen.

"Satan", "Satanismus" und satanistische Symbole wie das umgedrehte Kreuz tauchen im Lebensalltag von Jugendlichen auf, zum Beispiel in Jugendzeitschriften, auf Videos, in Musik, Mode, Literatur und nicht zuletzt im Internet. Jugendliche begegnen in der Tat in ihren Lebensbereichen Szene-Trends wie dem Okkultismus und - in Einzelfällen - dem Satanismus als so genannten Sekten. Nur in den seltensten Fällen handelt es sich hierbei um einen ideologisch-weltanschaulich ausgeprägten, organisierten Satanismus mit Satansanbetung und rituellen schwarzen Messen.

Der größere Teil der jungen Menschen, die sich durch ihre Kleidung, Schminke, Schmuck und Musik (zum Beispiel "Black Metal", "Gothic", "Dark Wave") zur "schwarzen Szene" bekennen, sind sicher keine Satanisten, sondern sie verstehen sich als Teil einer alternativen Jugendkultur. Und doch gibt es Gruppen, deren rituelle Praktiken gefährlich, ja sogar lebensbedrohlich sind. Immer wieder sind Überschneidungen mit rechtsradikalem und rassistischem Gedankengut festzustellen.

Das als Symbol getragene umgekehrte Kreuz steht nicht nur für eine heftige Opposition zu Christentum und Kirche, es steht auch für eine Verdrehung aller Werte. Traditionen, Regeln und Normen, die bis dato Gültigkeit hatten, werden auf den Kopf gestellt und als eine Art Gegenwelt positioniert.

Als Leitprinzip des Satanismus gilt der Satz des berühmt-berüchtigten Schwarzmagiers Aleister Crowley (1875-1947): "Tue, was du willst, soll sein das ganze Gesetz." Wer in ihren Augen schwach oder "minderwertig" ist, wird von den Satanisten verachtet und bekämpft. Zur selben Zeit suchen sie den Bund mit dem Bösen als der vermeintlich stärkeren Macht. Aussteiger aus satanistischen Gruppen reden aus Angst vor Rache und Verfolgung äußerst selten über ihre Erfahrungen. Aber gerade deswegen sind in diesem Bereich Aufklärung, Differenzierung, Beratung und praktische Hilfe dringend erforderlich.


30.03.2016 / Andrea Seidel