Weltanschauungserhebung 2016

Fortbildungsbedarf: Weltanschauungsfragen

Weltanschauung

Die Weltanschauungserhebung 2016 war die erste ihrer Art in Bayern.

Bild: iStock/cranach

2016 fand in der Bayerischen Landeskirche erstmals eine Erhebung über kirchliche Weltanschauungsarbeit statt. Die Ergebnisse sowie die ganze Erhebung finden Sie auf dieser Seite.

Die Weltanschauungserhebung 2016 des Arbeitskreises Apologetik der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern verfolgte das Ziel, relevante Themen für Fortbildungen, Vorträge und Arbeitsmaterialien für Mitarbeitende der Kirche im Bereich kirchlicher Weltanschauungsarbeit zu erheben.

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Dazu wurde ermittelt, wie Mitarbeitende ihre weltanschauliche Sprachkompetenz selbst einschätzen (eine eher schlechte Selbsteinschätzung würde auf einen Fortbildungsbedarf hinweisen) und mit welchen aktuellen weltanschaulichen Themen sie im Dienst konfrontiert sind bzw. wie sie die weltanschauliche Gegenwartskultur wahrnehmen. Außerdem stand die Frage im Raum, wie die Weltanschauungsarbeit insgesamt in der Kirche verankert ist, d. h. inwiefern die kirchlichen Mitarbeitenden von der Arbeit der hauptamtlichen Weltanschauungsbeauftragten profitieren und wie oft sie sich an Dekanatsweltanschauungsbeauftragte wenden.

Insgesamt wurden 168 Fragebögen vor allem von Pfarrerinnen und Pfarrern ausgewertet. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, deuten aber Trends an und lassen es zu, Hypothesen zu formulieren. Die Weltanschauungserhebung 2016 war die erste ihrer Art in Bayern. Es ist die größte jemals in Bayern durchgeführte quantitative Untersuchung zum spezifischen Thema der kirchlichen Weltanschauungsarbeit.

Einige Ergebnisse der Erhebung

Pfarrerinnen und Pfarrer schätzen ihre Sprachfähigkeit im Blick auf folgende Themen als eher schlecht ein, was nahelegt, sie in Fortbildungen gezielt zu fördern:

  • Wicca-Bewegung (und vermutlich weitere neopagane und neopolytheistische Bewegungen)
  • Positives Denken
  • aktuelle ökumenische Entwicklungen wie die Annäherung der Neuapostolischen Kirche an die ACK
  • Heilverfahren wie Geistheilung und Reinkarnationstherapie

Die Ergebnisse lassen zudem vermuten, dass Fortbildungen zu folgenden Themen sinnvoll wären:

  • „Migrationsgemeinden“ (Gemeinden anderer Sprache und Herkunft) in Bayern
  • nicht-christliche religiöse und weltanschauliche Gemeinschaften in Bayern

Aus den Ergebnissen lassen sich außerdem folgende mögliche Themen für Vorträge, Arbeitsmaterialien und Fortbildungen im Bereich der kirchlichen Weltanschauungsarbeit herleiten:

  • Engel
  • Lebensentwürfe mit diesseitigem Heilsversprechen (z. B. Fitness, Yoga, Wellness & Ernährung als Religion)
  • pfingstlerisch-charismatisches Christentum
  • anomalistische Phänomene v. a. im Kontext von Sterben und Tod
  • Traum und Wahrtraum
  • Heilverfahren (z. B. Homöopathie, Heilverfahren rund um das Gebet und Handauflegen).

28.11.2016 / Haringke Fugmann